Hauptstadt-Insider Aktuell

Sonderausgabe »Petersburger Dialog«
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Dr. h.c. Lothar de Maizière, Ministerpräsident a.D., Bundesminister a.D, Vorsitzender des deutschen Lenkungsauschusses des Petersburger Dialogs
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Vier Fragen an...
Sehen Sie eine erfolgreiche Entwicklung des Petersburger Dialogs in den vergangenen Jahren und wenn ja, was wären die sichtbaren Fortschritte?
Ja, absolut. Es gibt eine positive Entwicklung. Es ist auf beiden Seiten eine deutlich größere Offenheit erkennbar. Außerdem kommen wir zunehmend zu konkreten Vereinbarungen. Wir haben in diesem Jahre vier zukunftsweisende Projekte aus dem Wissenschaftsbereich verbindlich vereinbart. Daneben wurden die Themen Migration und Integration, Ökologie als Zukunftssicherung, Sozialpartnerschaft sowie persönliche Freiheit in vier Panels sehr offen diskutiert.
Gibt es tatsächlich eine Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland? Viele bestreiten das ja.
Ja, diese Fortschritte gibt es. Es entwickelt sich eine Diskussionskultur, es gibt inzwischen eine deutlich größere Anzahl von NGO s. Über die Städtepartnerschaften konnten wir beispielsweise ganz praktische Projekte wie die Einführung von Freiwilligen Feuerwehren begleiten.
Sie sind mit Michael Gorbatschow, der in diesem Jahr wieder am Petersburger Dialog teilgenommen hat, befreundet, teilt er Ihre Einschätzung?
Michail Sergejewitsch erkennt auch die positive Entwicklung. Er wirbt überall um Verständnis, dass die Entwicklung zur Demokratie nicht so schnell geht, wie wir Deutschen es immer erwarten. Er erinnert daran, dass die demokratische Entwicklung in Deutschland auch mehr als 200 Jahre gedauert hat und viele dramatische Rückschläge verzeichnen musste.
Wie kann man als Deutscher überhaupt einen positiven Einfluss auf die Entwicklung in Russland nehmen?
Durch Verständnis, Toleranz und Gespräche auf Augenhöhe ohne beckmesserische Belehrungen.
weitere Inhalte dieser Ausgabe:
- Der Petersburger Dialog
- Finanzierung weiter gesichert
- Merkel wusste lange Bescheid
- VW unterstützt Petersburger Dialog
- Ost-Ausschuss für schrittweise Einführung der Visafreiheit für Osteuropa bis 2018
- Conti investiert in Kaluga
- Russische Regionen werden für deutsche Unternehmen immer interessanter







